"perle..."

„perle…“
Der Titel spricht für sich: „perle…“ - kleingeschrieben, ein Tuwort. Per-len kullern in den Kirchen St. Margareta und Stadtkirche in Lengerich. Die Liebe hat viele Gesichter und immer einen Namen. Die Verbin-dung dieser beiden Kirchen ist der Name: Margareta. Der Name be-deutet „Perle“. Nomen est Omen. Eine Perle entsteht durch eine Ver-letzung, wenn ein Sandkorn zwischen Mantel und Schale einer Mu-schel gelangt. Die Geschichte der St. Margareta ist eine Verletzungs- und Wirkungsgeschichte, eine Perlengeschichte. In der Stadtkirche steht auf Scherben mit Feuer geschrieben: „Alles Schreckliche ist der Anfang des Schönen.“ Die Scherben liegen auf gezupfter roter Wolle rund um den Altar. Wer das Glas betritt, wird den Knacks unter den Füßen und im Herzen mit Schrecken erleben. Der „Knacks“ in Lenge-rich wird angedeutet mit einer roten Wolllinie, die vom Altar zur Wand führt, wo das Bild der St. Margareta in der Stadtkirche gehangen hat. Dieser rote Wollfaden taucht in der St. Margareta Kirche zu den Füßen der St. Margareta Figur wieder auf. Eine rote Verbindungslinie.
In beiden Kirchen sind großformatige Fotografien. Zu sehen sind Lie-besperlen, die kleinen Zuckerkügelchen, hingestreut wie
Samen in der Natur, eine Kette von Leben, so wie Liebe eine Anei-nanderreihung von Perlen, eine Kette von Liebe ist.

Die Stunde der Liebesperlen - Wie kam es dazu?
Freitag, 3. April 1908
Rudolf Hoinkis, ein Fachmann und Erfinder, hat die Zuckerperlen fertig, aber er fand keinen Namen. Er nimmt sie mit zu seiner Frau und seinem Sohn und sagt: "Ich liebe euch wie diese Perlen, für die ich noch keinen Namen habe!"
Spontan kommt die Antwort von Emilie: "Dann nenn sie doch Liebesperlen!"